An der internationalen Umfrage nahmen Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz teil, aus  verschiedenen Branchen und Unternehmensgrössen. Die Mehrheit lässt sich dem gewerblichen KMU zuordnen. 50 % der Teilnehmenden wahren Schweizer Firmen aus dem deutschsprachigen Raum. Es wurden gängige IT Trends im gewerblichen Marktsegment nach deren Einsatztauglichkeit abgefragt.

 

Auslagerung nicht wertschöpfender Funktionen

Unter anderem am Beispiel der Integration einer Finanzbuchhaltung ins ERP-System zeigt sich, dass diese für mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) keine Rolle spielt. Umgekehrt zeigen sich 70 % sogar offen gegenüber einer Kombination aus ERP und separater Finanzlösung. 16 % würden diese Form sogar bevorzugen. Ähnlich verhält es sich mit der Frage, ob im Gewerbe die Buchhaltung intern oder durch einen externen Treuhänder geführt wird. Rund zwei Drittel akzeptieren oder bevorzugen externe Dienstleistungen in diesem Bereich.

Die Antworten lassen den Rückschluss zu, dass das Gewerbe eher bereit ist, sich auf die Kernprozesse (im ERP-System) zu konzentrieren und nicht wertschöpfende Prozesse (z.B. Fibu) auszulagern. Dies würde den anhaltenden Erfolg von Lösungen wie Accounto oder Runmyaccounts in Verbindung zu Treuhandienstleistungen bestätigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der eigene Server hat noch (lange) nicht ausgedient

Immer mehr Services und Lösungen werden über die Cloud angeboten. Auch KMU machen regen Gebrauch davon. Stellt sich die Frage, ob damit der eigene Server ausgedient hat und alle Daten in ein Rechenzentraum ausgelagert wird. Die Antworten zeigen, dass vier von fünf Unternehmen den eigenen Serverbetrieb bevorzugen. Wird die Cloud von einem internationalen oder multinationalen Anbieter betrieben, ziehen fast 60 % der Gewerbebetriebe die Notbremse.

Offenbar haben gewerbliche KMU ihre geschäftsrelevanten Daten lieber auf einem eigenen Server bzw. im eigenen Hause. Falls ein Outsourcing bei einem Anbieter in Frage kommt, werden lokale Provider bevorzugt, welche man kennt und bei Bedarf auch physisch bzw. persönlich kontaktieren kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit: Digitalisierung ja, aber mit Bedacht

Wer sich in der gewerblichen Realität auskennt, wird von den Antworten nicht überrascht sein. Die Praxis im Gewerbe und die in den Medien kolportierten Hypes decken sich nur zum kleinen Teil. Es zeigt sich, dass gewerblichen KMU eine On-Premise-Lösung der Cloud vorziehen würden, falls solche Anwendungen überhaupt noch erhältlich sind. Immer mehr gewerbliche Unternehmen sehen sich faktisch gezwungen, auf webbasierte Anwendungen umzustellen, diese aber wenn möglich bei einem lokalen Provider zu hosten. Zusammenfassend kann man festhalten, dass das Gewerbe die Möglichkeiten der Digitalisierung annimmt, aber als Nachzügler eher auf Bewährtes setzen. Dies hängt auch mit den fehlenden Mitteln für innovationsgetriebene IT-Projekte und eine bodenständige Herangehensweise zusammen. Gewinner dieser Situation können lokale Provider werden, welche sich, vor dem Hintergrund der Studienresultate, konsequent den Anforderungen des gewerblichen KMU stellen.